Feminism & Empowerment – A critical point of view

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DE

Mein Blog ist viel zu still in diesem Jahr geworden. Fast ausschließlich Travel Posts sind aktuell zu sehen und „shame on me“! ich muss gestehen, dass ich mir einfach nicht die nötige Zeit genommen habe, und diese Seite mit persönlichen Themen zu versorgen und mit Leben zu erfüllen. Ich vermisse die Zeiten, in denen ich den Blog als eine Art Tagebuch genutzt habe und alles mit euch geteilt habe, was mich bewegt. Nun, es ist nie zu spät etwas zu ändern, und ich werde wieder mehr persönliches hier schreiben, meine Geschichten erzählen und mit euch in Kontakt treten.

 

Untold Stories

 

Der Herbst hat bereits begonnen und ich blicke auf ein spannendes aber wirklich kein einfaches Jahr zurück. Viele Themen haben mich beruflich und privat sehr beschäftig und ich möchte die kommenden Monate nutzen, um alle untold Stories zu erzählen

Ich möchte heute über ein Thema schreiben, zu dem ich schon mindestens 2 Blogposts in der Schublade hatte, sie aber immer wieder gelöscht habe, aus Angst ich könnte jemandem damit auf die Füße treten und mein ohnehin schon kantiges Image etwas zu sehr schärfen. Inzwischen denke ich mir, dass ich die Stimme die ich habe einfach nutzen muss, egal was Leute denken und ob es passt oder nicht. Letztlich ist nichts langweiliger als gar keine Stellung zu beziehen – und das bin nicht ich after all.

 

The Empowerment Issue

 

Es gab eine Zeit, in der Frauen in Deutschland unterdrückt wurden und bei Leibe nicht die gleichen Chancen hatten sich selbst zu verwirklichen & ihr Leben zu meistern wie heute. Auch wenn diese Zeiten nicht allzu fern sind, so kann man doch sagen, dass sich die Rechte und Chancen der Frauen unglaublich verbessert haben. Von den Suffragetten Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu streitbaren Persönlichkeiten wie Alice Schwarzer haben sich Frauen ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft und auch verdient. Ich möchte ganz klar unterstreichen, dass Frauen der gleiche Respekt, die gleichen Chancen, Rechte und die gleiche Bezahlung wie Männern zusteht. Eigentlich erachte ich das als eine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit – zumindest in der westlichen Welt.

Zum klassischen Feminismus hat sich in den letzten Jahren die Empowerment Debatte gesellt und durch die Vermischung beider Themen, ein eigentlich ernstes Anliegen zu einem heuchlerischen Marketingtool verkommen lassen, dass insbesondere von Frauen schamlos mißbraucht wird.

„We should all be Feminists“ prangte in großen Lettern auf einem Shirt während der Dior Fashion Show. Kurz danach war klar: 772,80€ zzgl. Versand kostet es Feministin zu sein. Das Shirt war Gesprächsthema Nummer 1 und nur wenig später sprang die ganze Fashionwelt auf den Feminismus-Train auf. Mich hat dieser Hype sehr irritiert und ich hatte zumeist den Eindruck, dass die Menschen, die diese Message und Fashion gefeiert haben kaum mehr als eine vage Idee von Feminismus hatten. Wenig später wimmelte es auf Instagram nur so vor Girlbosses, „God is a woman“ / „Girls support Girls“ Botschaften und die Medien steigerten sich in bizarrer Weise in eine Debatte rein, die eigentlich einen ernsthafteren Rahmen verdient hätte. Es entand ein Zerrbild, dass jungen Frauen vermittelt: Gründe 3 Firmen, mach einen Haufen Geld, benutze Männer & Frauen wie es dir gefällt und nimm keinerlei Rücksicht auf irgendjemanden…ach und Girlboss & Empowerment in die Instagram Bio schreiben nicht vergessen – ganz wichtig!

Als ich vor 3 Jahren mein #Girlboss T-Shirt auf den Markt brachte, wollte ich keinen als Feminismus getarnten Egoismus abfeiern. Ich wollte Visionen und Mut in euch wecken. Wollte, dass ihr an euch glaubt und leidenschaftlich euren Weg geht. Wir Frauen sollten aber auf diesem Weg nicht vergessen was uns eigentlich ausmacht. Feminismus heisst nicht Egoismus. Andere Frauen & natürlich auch Männer zu unterstützen sollte unbedingter Bestandteil einer Empowerment oder Feministischen Einstellung sein.

Ich selbst besuchte Events & Konferenzen, die sich auf die Fahne schreiben Frauen zu unterstützen und den „Empowerment Spirit“ zu wecken. Als ich dort auf der Bühne saß, meine eigene Geschichte erzählte und Anderen zuhörte konnte ich mich des Eindrucks der Heuchelei nicht erwehren. Ich erinnere mich auf einem Event keine Gage verlangt zu haben, aber die Veranstalterin hielt es nicht einmal für nötig mir auf Instagram zu folgen – obwohl sie weiß, dass Follower meiner Währung sind und es sie nichts gekostet hätte. So viel zum Thema Woman supporting Woman.

Blicke ich zurück auf meine Zeit als Blogger, aber auch als Angestellte in großen Unternehmen so kann ich nicht sagen, dass ich leider keiner Frau irgendetwas zu verdanken hätte. Ganz im Gegenteil, die meisten Frauen in meinem Geschäft aber auch in jedem anderen sorgen beständig und erfolgreich dafür, dass bloß keine andere Frau von Ihnen profitiert. Wie Katzen verteidigen sie ihr Territorium und dulden oft niemanden in ihrer Nähe. Welche Frau kennt ihr, die eine Kollegin protegiert hat und ihren Aufstieg ermöglicht hat?

In meinem direkten Umfeld kann ich genau eine Bloggerin unter mehreren hundert die ich kenne nennen, die uneigennützig der Grundstein für mindestens 10 Karrieren war – vom Nagelstudio bis hin zu Kollegen.

Ein krasses Gegenbeispiel ist die wohl bekannteste Bloggerin der Welt aus Italien – ich glaube es weiß jeder wer gemeint ist ;). Sie hätte die Reichweite gehabt um hunderten Kollegen oder kleinen Labels den Einstieg in dieses harte Geschäft zu ermöglichen. Doch außer Lippenbekenntnissen kam nichts. Vor 3 Jahren sagte sie in einem Interview es sei ihr eine Herzensangelegenheit junge Frauen und ihre aufstrebenden Labels zu unterstützen. Also lief ich zu ihrem Hotel in Paris, blies auf der Straße 10 riesige Ballons auf und brachte ihr jedes Piece aus meine Kollektion vorbei. Meine Sachen hat sie nie erwähnt aber die Ballons haben ihr wohl so gut gefallen, dass sie sie für einen bezahlten Hotelupload verwendet hat – wie ich 2 Tage später auf Instagram gesehen habe – besten Dank und gern geschehen :D.

Diese Erkenntnis als Frau zu gewinnen tut weh. Denn egal ob Selbstständig oder Angestellte, jede von uns kommt an den Punkt, an dem man jemanden braucht der dir die Hand reicht und hoch hilft.

Ich möchte niemanden damit angreifen und ich selber bin auch sicherlich längst nicht perfekt in dieser Hinsicht, aber ich bin Sick & Tired diese ganze heiße Luft, die insbesondere auf Social Media jeden Tag zu diesem Thema ausgestoßen wird, einzuatmen. Dieses Thema ist zu wichtig, als dass irgendwelche selbsternannten Girl Bosses oder Unternehmen es als Marketing Gag missbrauchen. Girlboss oder Feministin zu sein heißt nicht, all das was wir an der Macho- & Ellenbogengesellschaft so hassen, zu kopieren und selbst nach diesen rücksichtslose Prinzipien zu leben. In meiner eignen Firma arbeite ich täglich mit Frauen und Männern zusammen, muss Projekte abstimmen, Fotoshootings machen und Kunden gewinnen. Mir ist es bspw. komplett egal ob mir gegenüber, Frau, Mann oder Labrador sitzt – Leistung & gegenseitiger Respekt zählen. Wenn jemand gut ist, fördere ich Ihn oder Sie auch.

Wacht aus dem Instagram-Girlboss-Theater auf und schaut euch aufmerksam in eurem Umfeld um! Versucht, die Menschen zu supporten, die es brauchen und verdient haben, wenn es sich dabei um eine Frau handelt super! wir können jede Unterstützung mehr als gebrauchen ;).

Eure PALINA KOZYRAVA

 

 

ENG

My blog has become a bit too quiet this year. Almost exclusively travel posts are currently visible and „shame on me“! I have to admit that I just did not have the time to do it, and to give this site a more personal touch lately to fill it with life. I miss the times when I used the blog as a kind of diary and shared everything with you that was important to me. Well, it’s never too late to change anything, and I’ll write more personal things here again, tell my stories, and get in touch with you.

 

Untold Stories

 

Autumn has already started and I can look back on an exciting but not an easy year. Many topics have been on my mind – professionally and privately – and I would like to use the upcoming months to tell all untold stories.

Today I would like to write about a topic on which I had at least 2 blog posts in the desk, but deleted them again and again, as I feared I could step on someone’s feet and increase my already edgy image a little too much. However, I think that I have to use the voice that I have, no matter what people think and whether it fits their mindset or not. After all, nothing is more boring than not taking at all – and that’s not me after all.

 

The Empowerment Issue

 

There was a time when women in Germany were repressed and did not have the same opportunities to live and master their lives as they do today. Although these times are not too far off, one can say that the rights and opportunities of women have improved unbelievably. From the suffragettes of the early 20th century to belligerent personalities such as Alice Schwarzer, women have conquered their place in society. I would like to emphasize very clearly that women deserve the same respect, equal opportunities, rights and equal payment as men. Actually, I consider that as natural in this day and age – at least in the Western world.

Classical feminism has been joined in recent years by the empowerment debate and, by blending both topics, has turned a serious concern into a hypocritical marketing tool that is being shamelessly misuses by women in particular.

„We should all be feminists“ was written in large letters on a shirt during the Dior Fashion Show. Shortly afterwards it was clear: € 772.80 plus shipping is the cost of being a feminist. The shirt was topic number one and just a little later the whole fashion world jumped on the feminism train. I was very irritated by this hype and most of the time I got the impression that the people who hailed this message in fashion had little more than a vague idea of feminism. A little later, Instagram was just overflowing with Girlbosses, „God is a woman“ & „The future is female“ messages and the media bizarrely stepped into a debate that would have deserved a more serious frame. It entangled a caricature that conveys young women the following lifestyle: Found 3 companies, make a lot of money, use men & women as you please and be ruthless … oh and do not forget to put girlboss & empowerment in the Instagram Bio – very important!

When I launched my #Girlboss T-shirt 3 years ago, I did not want to praise any form of egoism camouflaged as feminism. I wanted to arouse visions and courage in you. Wanted that you believe in you and passionately go your way. But we women should not forget on this way what makes us women. Feminism does not mean selfishness. Supporting other women & men, of course, should be an integral part of an empowerment or feminist attitude.

I personally attended events and conferences that are committed to supporting women and awakening the „empowerment spirit“. As I sat there on the stage, telling my own story and listening to others, I could not resist the impression of hypocrisy. I remember not charging any money for the event, but the organizer did not even feel the necessary to follow me on Instagram – even though she knows followers are my currency and it would not have cost her anything. So much for the topic Woman supporting Woman.

Looking back on my time as a blogger, but also as an employee in large companies, I can not say that I have to thank any woman for anything, unfortunately. On the contrary, most women in my business, as well as everyone else, consistently and successfully ensure that no other woman benefits from them. Like cats, they defend their territory and often do not tolerate anyone near them.
Which woman do you know who has sponsored a colleague and made her ascent possible?

In my immediate environment, I can name exactly one blogger among several hundred I know, who unselfishly laid the foundation for at least 10 careers – from nail salons to colleagues.

A strong negative example is the most famous blogger in the world from Italy – I think everyone knows who is meant ;). She would have had the reach to allow hundreds of colleagues or small labels to enter this tough business. But nothing came from her but words. Three years ago, she said in an interview it was a matter of heart to support young women and their emerging labels. Her words in my mind I ran to her hotel in Paris, blew up 10 giant balloons on the street and brought her every piece of my collection over. She never mentioned my stuff, but she liked the balloons so much that she used them for a paid hotel upload – as I saw on Instagram 2 days later – thank you very much! :D

To gain this understanding as a woman really hurts. Because no matter whether you are self-employed or employees, each of us comes to the point where you need someone who reaches out and helps you high.

I do not want to attack anyone, and I’m certainly not perfect in that regard either, but I’m sick & tired to breathe in all the hot air that is spewed out on social media every day on the subject. This topic is too important for any self-proclaimed girl bosses or companies to abuse as a marketing gimmick. Being a girlboss or feminist does not mean copying everything we hate about macho & elbow society and living by these ruthless principles. In my own company, I work with women and men every day, have to coordinate projects, organize photo shootings and win customers. For example, it does not matter to me whether it is a woman, a man or a labrador sitting opposite to me – what matters is performance and mutual respect. If someone is good, I promote him or her.

Wake up from the useless marketing driven Instagram Girlboss Theater and look around attentively in your environment! Try to support the people who need it and deserve it – if it is a woman that’s even nicer as we need all the support we can possibly get ;)!

Your PALINA KOZYRAVA

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Picture Credit: freepik

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  1. Clara • 27. Oktober 2019

    toller blog post! ehrlich und reflektiert – bitte mehr davon!

  2. Susanne • 27. Oktober 2019

    Hey Palina,

    Ein interessanter Beitrag Palina. Finde deinen Punkt richtig & wichtig. Trotzdem ist es denke ich besser dass überhaupt über Empowerment gesprochen wird, als dass es tot geschwiegen wird. Insofern bin ich eigentlich dankbar für die Entwicklung.

    Lg,

    Susi

  3. Svetlana • 27. Oktober 2019

    Sehr guter und wahrer Artikel! Weiter und mehr davon!!!

  4. Anna-Maria • 27. Oktober 2019

    Du hast Recht! Nervt mich mega das Getue!

  5. Sevda • 27. Oktober 2019

    Gut geschrieben mein Schatz!!!

  6. Hatice • 27. Oktober 2019

    Ich stimme dir komplett zu!

  7. Ave • 27. Oktober 2019

    So good and so true!
    I can’t stand girls/woman put out post and quotes anymore like “empower other woman” and “support each other” and every time you meet or actually support them it doesn’t make a change.
    Feminism is becoming a marketing tool and nothing else.

    Next step… buy Palina’s t-shirt!
    No more words, only actions.

  8. Mary Lou • 27. Oktober 2019

    Toller Artikel! Sehr kritisch und an vielen Stellen wirklich wahr. Ehrliche Worte sind immer gut und aktuell (leider) eine Rarität.
    Insbesondere Deinen Abschluss finde ich sehr treffend – Unterstützung in den Fokus, egal wie sie aussieht.

    Herzliche Grüße und keep on the good work,
    M-L

  9. Kirstincake • 27. Oktober 2019

    Ein sehr guter Artikel. Leider trifft du damit genau ins Schwarze. Meist sind es die Menschen im beruflichen Umfeld bei denen es mir auffällt. Bloß niemanden unterstützen, man könnte ja erfolgreicher sein.

  10. Lina • 28. Oktober 2019

    Einfach nur krass!!! Vor allem die story mit Chiara macht mich gerade sooo wütend! Einfach unglaublich. Da merkt man mal wieder, wie verlogen manche sind. Wir merken das in unserem business auch immer wieder. Wenn du besser bist als sie selber, dann unterstützt dich keiner. Alles nur Gelaber

  11. Ramonski • 29. Oktober 2019

    Toller Blogpost!!!

    Wer wirklich emanzipiert ist fühlt sich nicht degradiert, wenn ihr ein Mann die Tür aufhält oder in die Jacke hilft. Dieser gekünstelte Feminismus ist reines Marketing. Alle Unternehmen brauchen neuerdings Female & Gender-Kampagnen alles wird in dieser Hinsicht stigmatisiert so sinnlos es auch sein mag…

  12. The stylish duck • 31. Oktober 2019

    Ein toll geschriebener Post. Ich danke dir :-)
    Dass Frauen sich nicht gegenseitig helfen ist mir auch schon in meiner beruflichen Laufbahn aufgefallen. Da kommt eher noch ein Mann, der dir hilft.

    LG

    Carina
    The stylish duck
    https://thestylishduck.blogspot.com

  13. Katharina Lorenz • 4. November 2019

    Hallo Palina, ich hab Deinen Artikel zum Feminismus in den sozialen Medien gelesen und finde sehr gut beschrieben was mich auch schon länger stört! Ich hab das Gefühl, hier soll eine Art Feminismus erzeugt werden, der in möglichst viele Marketingstrategien passt und man sollte als Frau natürlich dann auch die passenden Looks kaufen/tragen. Ich bin für die Förderung von Frauen in Führungspositionen und bin auch absolut für Gleichbehandlung! Aber hier wird meiner Meinung nach ein angepasster und weichgespülter Feminismus propagiert, der nichts mit Individualität und wirklichem Empowerment zu tun hat, sondern Frauen wieder möglichst auf wenige -äußerliche- Attribute reduzieren soll. Leider muss ich Dir zustimmen, ich erlebe oft dass Frauen in Führungspositionen anstatt zu fördern und Vorbild zu sein eher panische Angst vor Konkurrenz haben und keine wirklichen Vorbilder darstellen. Viele Grüße und Power to the Women! ??

  14. Anna • 4. November 2019

    Well said Palina, I really appreciate your honest critical view on some things and your authentic way to show us a different Perspektive, even if its not always mainstream and comfortable. It really shows on your work that you just don’t always go with the flow and what everyone is talking ok insta. Completely with u on this.

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